Kunstmuseum Thun

Im ehemaligen «Grand Hôtel» Thunerhof direkt an der Aare zeigt das Kunstmuseum Thun in jährlich vier bis fünf Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst. Eine Ausgewogenheit bei der Förderung von regionaler, nationaler und internationaler Kunst ist ein grosses Anliegen des Hauses. Zu jeder Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm der Kuration und Kunstvermittlung, das von Workshops über Rundgänge bis zu Lesungen und Werkgesprächen reicht. Das grösste Sammlungswerk des Kunstmuseum Thuns ist im Schadaupark der Stadt Thun zu besichtigen. Dort wird seit 2015 das über 200-jährige Thun-Panorama in einer Rotunde gezeigt.

Kunstmuseum Thun
SUSANNE KELLER. HINTERKAMMER DES AUGES
bis So, 29.11.2026

Überraschende Ein-, Durch- und Ausblicke wird die Ausstellung der multidisziplinär arbeitenden Zürcher Künstlerin Susanne Keller (*1980) im Glasanbau des Thun-Panorama bieten. Neben den sieben Guckkasten-Objekten wird sie die Fotoserie Körner Gaumen mundet und eine Auswahl von Texten und Gedichten präsentieren. Ausgehend von der Thematik des Rundbilds von Marquard Wocher (1760–1830), in dem die Stadt als Bühne und ihre Bewohner:innen als Schauspieler:innen präsentiert werden, wird auch in Kellers modellartigen Guckkästen die Bühnenhaftigkeit, das Inszenierte und das Hintergründige in den Fokus gerückt. Die aus einfachsten Materialien wie Karton, Holz, Acrylfarbe, Metall und ausgeschnittene Bilder entstandenen Guckkästen verschmelzen zusammen mit den traumverloren wirkenden Fotos im Postkartenformat und den Gedichten zu einem dichten poetischen Imaginationsraum. Durch das Betreten des Ausstellungsraums werden die Betrachtenden selbst zu Akteur:innen in der Hinterkammer des Auges.

 

Thun-Panorama, Schadaupark, 3600 Thun

 

 

 

Kunstmuseum Thun
Schnittstellen der Sicht. Hans Gerber und Sabine Hertig
bis So, 29.11.2026

In einem dialogischen Zusammenspiel vereint die Ausstellung Collagen von Hans Gerber (1910-1987) und Sabine Hertig (*1982). Hans Gerber entwickelte ab Mitte der 1950er Jahre über fast zwei Jahrzehnte hinweg eine eigene Bildsprache – geprägt von einem skulpturalen Blick auf Fläche und Form. Über 400 seiner Werke sind im Besitz des Kunstmuseum Thun und werden nun erstmals seit 1980 neu präsentiert und kontextualisiert.

 

Sabine Hertig nutzt das Prinzip der Collage seit 2010 als künstlerische Denk- und Arbeitsweise. Indem sie einzelne Fragmente miteinander in Beziehung setzt und das grosse Ganze aus Sicht des Details denkt, reflektiert sie zugleich die aktuelle Medien- und Bildwelt. Im Spannungsfeld zwischen analogem Bildmaterial, künstlerischer Handschrift und digitaler Bildgebung, präsentiert die Ausstellung zwei Kunstschaffende, die Vergangenheit und Gegenwart der Collage zusammenführen.

 

Kunstmuseum Thun
Cantonale Berne Jura 2026/2027
Fr, 11.12.2026 – So, 21.02.2027

Die Cantonale Berne Jura wurde 2011 lanciert und steht im Zeichen interkantonaler Zusammenarbeit. Verteilt auf verschiedene Institutionen in den Kantonen Bern und Jura bietet sie Künstler:innen eine wichtige Plattform und präsentiert dem Publikum die Vielfalt des bernischen und jurassischen Kunstschaffens.

 

Die diesjährige Ausgabe im Kunstmuseum Thun zeigt aktuelle, erfrischende, kompromisslose, genial einfache und berauschend komplexe Werke. Die Cantonale bietet eine aussagekräftige Plattform des zeitgenössischen Kunstschaffens von überregionaler Bedeutung und präsentiert ein breites Spektrum an künstlerischen Positionen.

 

Kunstmuseum Thun
MONICA URSINA JÄGER. STATES OF PLANETARY BEING
im Anbau vom Thun-Panorama, Schadaupark, 3600 Thun
Mo, 01.03.2027 – So, 28.11.2027

Parallel zu ihrer Ausstellung im Thunerhof entwickelt Monica Ursina Jäger im Thun-Panorama eine immersive, raumgreifende Installation, die den gesamten Erweiterungsbau einbezieht. Mithilfe von Wandmalereien, Spiegeln und Folien auf den Fensterflächen entfaltet sich ein vielschichtiges Gefüge, das reale und imaginierte Landschaften miteinander verwebt.

Die Arbeit verbindet Fragmente aus unterschiedlichen Zeiten zu einer offenen Bildwelt, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlagern. Es entsteht eine poetische, kaleidoskopartige Szenerie, die den Blick auf die Landschaft als wandelbares, vieldeutiges Gefüge richtet.

 

Kunstmuseum Thun
MONICA URSINA JÄGER. STATES OF PLANETARY BEING
Kunstmuseum Thun
Sa, 13.03.2027 – So, 20.06.2027

Mit States of Planetary Being zeigen das Kunstmuseum Thun und das Museo Villa dei Cedri in Bellinzona die erste umfassende Einzelausstellung der Schweizer Künstlerin Monica Ursina Jäger (*1974). Seit über zwanzig Jahren arbeitet Jäger an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Philosophie und erforscht die komplexen Beziehungen zwischen Menschen, Landschaften und mehr-als-menschlichen Akteur:innen. In Zeichnungen, Collagen, Installationen, Video- und Soundarbeiten entstehen vielschichtige Lebensräume, die Flüsse, Gletscher, Wälder, Pflanzen und Mikroorganismen als lebendige, handelnde Protagonist:innen sichtbar machen. Jägers Arbeiten bewegen sich zwischen Imagination und Forschung. Sie hinterfragen gängige Vorstellungen davon, was als lebendig und nicht-lebendig gilt, immer wieder neu. Die Räume des Museums werden zu Orten des Austauschs und der Erfahrung, in denen sich ein erweitertes Verständnis von Leben entfaltet – poetisch, sinnlich und kritisch zugleich.

 

Parallel dazu präsentiert Monica Ursina Jäger im Thun-Panorama unter dem gleichen Titel eine immersive, raumgreifende Installation, die den gesamten Erweiterungsbau einbezieht.

 

Kunstmuseum Thun
SAC-KUNSTPREIS – MASSIMILIANO ROSSETTO
Sa, 13.03.2027 – So, 20.06.2027

Massimiliano Rossetto ist Träger des SAC-Kunstpreises 2026. Der Tessiner Künstler beschäftigt sich in Bild, Skulptur und mit Einbezug von Geruch mit abgelegenen, oft alpinen Regionen sowie mit den Menschen darin und den Erinnerungen daran. Der SAC (Schweizer Alpen-Club) zeichnet regelmässig herausragende künstlerische Arbeiten aus, die sich mit dem kulturellen und geographischen Raum der Alpen auseinandersetzten. Der SAC-Kunstpreis ist mit CHF 10’000.- dotiert und richtet sich an Kunstschaffende aus allen vier Sprachregionen der Schweiz – aus Literatur, bildender Kunst, Fotografie, Film, Musik, Tanz und Theater. Die Preisträger:innen erhalten zudem die Möglichkeit, ihr Schaffen mit einer Ausstellung in einer schweizerischen Institution einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Die Ausstellung findet im Projektraum enter statt.

 

Kunstmuseum Thun
AESCHLIMANN CORTI-STIPENDIUM
Fr, 02.07.2027 – So, 01.08.2027

Alljährlich schreibt die Bernische Kunstgesellschaft das Louise Aeschlimann und Margarete Corti-Stipendium aus. Dem grössten privaten Stipendium für bildende Künstler:innen in der Schweiz, das seit 1942 vergeben wird, steht eine Preissumme von insgesamt CHF 50’000.- zur Verfügung. Zu den Gewinner:innen des Förderpreises zählen Künstler wie Balthasar Burkhard, Franz Gertsch und Bernhard Luginbühl sowie jüngere Kunstschaffende wie Olivia Abächerli, Jennifer Merlyn Scherler und Felix Stöckle. Am Aeschlimann Corti-Stipendienwettbewerb, der mit einer Ausstellung verbunden ist, können Künstler:innen teilnehmen, die seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz im Kanton Bern haben oder dort heimatberechtigt sind.