Reproduktive Rechte bezeichnen Menschenrechte, die allen Menschen das Recht garantieren, frei, selbstbestimmt und ohne Diskriminierung über ihren Körper, ihre Sexualität und die Frage, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen möchten, zu entscheiden. Weltweit werden reproduktive Freiheiten, so etwa das Recht auf Abtreibung, zunehmend eingeschränkt, die öffentlichen Debatten darüber sind oft stark polarisiert. Das Ausstellungs- und Buchprojekt «Atlas der Reproduktion» setzt dem einen forschungsbasierten Dialograum entgegen.
Das Projekt basiert auf mehreren Forschungsprojekten zu reproduktiven Ungleichheiten und zu den globalen Verflechtungen von Familienplanung, reproduktiven Technologien, Gesundheit und Mobilität. Die Forschungsarbeiten sind in den letzten Jahren am Geographischen und Sozialanthropologischen Institut der Universität Bern durchgeführt worden. Das Ausstellungs- und Buchprojekt wurde im Rahmen des mLAB in Zusammenarbeit mit dem Institute of Design Research Hochschule der Künste Bern entwickelt. Die Ausstellung findet im Kornhausforum Bern, die Finissage im Politforum Bern und der Filmabend im Kino Rex Bern statt.
Acht Installationen, basierend auf wissenschaftlicher Forschung, thematisieren zum Beispiel fotografisch, welche Motive spanische Eizellenspenderinnen und russische Leihmütter haben. Sie zeigen filmisch, wie geflüchtete Frauen Schwangerschaft in Schweizer Asylzentren erleben. Oder verbinden mithilfe einer dreiteiligen Videoinstallation die Erfahrungen von Geburtsmüttern aus Sri Lanka mit den Perspektiven von Adoptivkindern in der Schweiz und der Sicht einer Wissenschaftlerin.
Ein dialogisches Programm mit thematischen Führungen, Workshops, einer Living Library, einem Rollenspiel, einer Lecture-Performance, einer Buchvernissage und einem Filmabend vertieft die Themen. Das Schulprogramm spricht insbesondere Jugendliche an.
Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Kornhausforum Bern und der Universität Bern.
Finanziell ermöglicht wurde die Ausstellung durch Fördergelder des Schweizerischen Nationalfonds, der Universität Bern, der Fondation Johanna Dürmüller-Bol, von Pro Helvetia, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, des Society in Science – Branco Weiss Fellowship und weiteren.
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