Kornhausforum

Kornhausforum Bern, located in the center of the city, is an exhibition and event venue known for addressing issues of social and cultural relevance. The interdisciplinary program centers questions of urbanism in architecture, design and photography. Kornhausforum Bern is a place of public debate, participation and interaction. Exhibitions and discussions are open to a broad audience, both physically and digitally. Topics are chosen in regards to their regional relevance and embedded in national and international networks. We work together with partners and external experts to address complex issues. Main focus of our activities is making sure exhibitions and forums come from a place of social relevance and urgency and are well-founded in development and implementation. We believe in public discussion and want to inspire new thoughts and offer different perspectives. 

 

Beat Jost
Kornhausforum
Beat Jost – Schöne neue Welt
until Su, 07.02.2027

Der Berner Fotograf Beat Jost (1936-2026) zählte zu den bedeutendsten Werbe- und Sachfotografen und war für viele wichtige Berner Firmen (Warenhaus Loeb, Wander-Ovomaltine, Vidmar, IBA, Pierrot-Friola etc.) tätig. Seine Fotografien erfassen exemplarisch die Objektwelt und Werbeästhetik der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre. Entstanden für Prospekte, Kataloge, Zeitungsinserate und unterschiedlichste Druckerzeugnisse, waren sie in der Konsum- und Warenwelt jener Zeit omnipräsent. Zugleich spiegeln sie eine Phase bislang ungekannten Wohlstands in der Schweiz wider. Durch die sorgfältige Inszenierung der Produkte im gesellschaftlichen Kontext werden sie heute zu aufschlussreichen visuellen Zeitzeugnissen.

 

In der gegenwärtigen Betrachtung erfahren diese Bilder eine Verschiebung der Rezeption: Sie werden nicht länger primär als Werbeträger wahrgenommen – zumal viele der dargestellten Produkte vom Markt verschwunden sind –, sondern als Erinnerungsbilder und Zeitkapseln, die individuelle wie kollektive Erinnerung evozieren.

 

Die Ausstellung würdigt Beat Josts Werk, das in Bern bislang nicht umfassend in einer Einzelausstellung präsentiert wurde. Sie macht diese fotografischen Zeitdokumente einem breiten Publikum zugänglich und lädt zu einer Reise in die Konsum- und Wohlstandsjahre der Nachkriegszeit ein.

 

Atlas der Reproduktion – Babys, Grenzen, Geopolitik
Kornhausforum
Atlas der Reproduktion – Babys, Grenzen, Geopolitik
until Su, 25.10.2026

Reproduktive Rechte bezeichnen Menschenrechte, die allen Menschen das Recht garantieren, frei, selbstbestimmt und ohne Diskriminierung über ihren Körper, ihre Sexualität und die Frage, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen möchten, zu entscheiden. Weltweit werden reproduktive Freiheiten, so etwa das Recht auf Abtreibung, zunehmend eingeschränkt, die öffentlichen Debatten darüber sind oft stark polarisiert. Das Ausstellungs- und Buchprojekt «Atlas der Reproduktion» setzt dem einen forschungsbasierten Dialograum entgegen.

 

Das Projekt basiert auf mehreren Forschungsprojekten zu reproduktiven Ungleichheiten und zu den globalen Verflechtungen von Familienplanung, reproduktiven Technologien, Gesundheit und Mobilität. Die Forschungsarbeiten sind in den letzten Jahren am Geographischen und Sozialanthropologischen Institut der Universität Bern durchgeführt worden. Das Ausstellungs- und Buchprojekt wurde im Rahmen des mLAB in Zusammenarbeit mit dem Institute of Design Research Hochschule der Künste Bern entwickelt. Die Ausstellung findet im Kornhausforum Bern, die Finissage im Politforum Bern und der Filmabend im Kino Rex Bern statt.

 

Acht Installationen, basierend auf wissenschaftlicher Forschung, thematisieren zum Beispiel fotografisch, welche Motive spanische Eizellenspenderinnen und russische Leihmütter haben. Sie zeigen filmisch, wie geflüchtete Frauen Schwangerschaft in Schweizer Asylzentren erleben. Oder verbinden mithilfe einer dreiteiligen Videoinstallation die Erfahrungen von Geburtsmüttern aus Sri Lanka mit den Perspektiven von Adoptivkindern in der Schweiz und der Sicht einer Wissenschaftlerin.

 

Ein dialogisches Programm mit thematischen Führungen, Workshops, einer Living Library, einem Rollenspiel, einer Lecture-Performance, einer Buchvernissage und einem Filmabend vertieft die Themen. Das Schulprogramm spricht insbesondere Jugendliche an.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Kornhausforum Bern und der Universität Bern.

 

Finanziell ermöglicht wurde die Ausstellung durch Fördergelder des Schweizerischen Nationalfonds, der Universität Bern, der Fondation Johanna Dürmüller-Bol, von Pro Helvetia, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, des Society in Science – Branco Weiss Fellowship, der Ernst Göhner Stiftung, der Burgergemeinde Bern, der UniBern Forschungsstiftung, des Kantons Zürich – Fachstelle Kultur, von Queer Books und weiteren.

 

Weitere Infos zur Ausstellung

 

Kornhausforum
Future Fashion
Fr, 27.11.2026 – Su, 07.02.2027

«Future Fashion» ist eine Ausstellung über Gegenwart und Zukunft der Mode und befasst sich mit der Frage, wie Kleidung in einer Zeit von Überproduktion, digitaler Beschleunigung und ökologischer Belastung neu gedacht werden kann. Die Schweizer Bevölkerung gehört weltweit zu den Spitzenreiterinnen beim Konsum von Kleidung und Textilien. 15kg Kleidungsstücke kauft jede Person jährlich in der Schweiz, wobei davon ca. 25% nie getragen werden. Ausgangspunkt ist eine doppelte Realität: Ultra Fast Fashion treibt Trend- und Produktionszyklen weiter an, während gleichzeitig Initiativen, Labels, Communities und künstlerisch-gestalterische Praktiken Alternativen entwickeln. Upcycling-Ateliers, Leihmodelle, phygitale Anwendungen und digitale Experimente verändern die Produktion, Nutzung und Gestaltung in der Mode und erweitern sie um neue, spannende Ideen.

 

Die Ausstellung ist in drei Kapitel eingeteilt: Ein Kapitel befasst sich mit praktischen, gemeinschaftsbasierten Kreislaufmodellen (Up- und Recycling), das zweite Kapitel mit digitalen Infrastrukturen und neuen Besitzlogiken und führt abschliessend zu spekulativen Körper- und Materialentwürfen, in denen sich Mode als Bild, Interface und Imagination zuspitzt. Der Hauptsaal zeigt grossformatige, multimediale Installationen, die sich weiträumig mit aktuellen Praktiken und möglichen Zukünften der Modewelt befassen. Der Seitensaal wird in Form eines Laboratoriums eingerichtet, wo experimentelle Studien, Projekte und Formate sowie neue Ansätze aus der Schweizerischen Textilforschung präsentiert werden.

 

Damit zeigt «Future Fashion», wie Mode zugleich Material, Datensatz und Bild ist und wie sich dadurch die Beziehungen zwischen Körper, Identität, Kleidung, Plattform und Wert verschieben. Ziel ist es, konkrete Versuche sichtbar zu machen: etablierte Ansätze, sowie experimentelle Prototypen. Die Ausstellung lädt ein, Widersprüche, Versprechen und offene Fragen gemeinsam zu diskutieren und darüber nachzudenken, wie die Zukunft der Mode aussehen könnte.