Kunsthalle Bern

Die Kunsthalle Bern ist eine führende internationale Institution für zeitgenössische Kunst. Sie präsentiert experimentelle, zum Nachdenken anregende Ausstellungen und einladende Veranstaltungen. Wir geben Künstler:innen Zeit und Raum, um über ihre Ideen und die Welt zu sprechen. Wir binden unser Publikum ein, indem wir Gespräche initiieren, die über unsere Stadt und unsere Communities hinaus reichen.

Für uns ist Kunst ein Prisma, um die Welt und uns gegenseitig besser zu verstehen. Während unser Programm von der Gegenwart ausgeht und über die verschiedenen Zukünfte der zeitgenössischen Kunst nachdenkt, berücksichtigt es auch, wie Kunst in der Vergangenheit geschaffen und erlebt wurde. Das Ausstellungsprogramm ist nicht nur im westlichen Kanon verankert, sondern gibt auch migrantischem und diasporischem Wissen und Realitäten Raum. Wir hoffen, dass sich dadurch neue Horizonte öffnen und Besucher:innen neue Impulse für ihren Alltag mitnehmen.

Kunsthalle Bern
Jota Mombaça: compost (continuum)
bis So, 23.08.2026

Die Kunsthalle Bern freut sich, eine neue Einzelausstellung mit Jota Mombaça bekanntzugeben.

 

Jota Mombaça (*1991 in Natal, Brasilien) lebt und arbeitet in Lissabon und Amsterdam.

Mombaça ist Schriftsteller:in, Performer:in und Multimedia-Künstler:in mit einer künstlerischen Praxis in Performance, Text, Installation, Ton und Film. Die Arbeiten behandeln Queer-Theorie, antikoloniale Kritik, diasporische Subjektivitäten und verkörpertem Wissen, insbesondere aus der Perspektive rassifizierter trans- und nicht-binärer Erfahrungen. Mombaças Praxis ist stark forschungsbasiert und versteht Kunst als eine Form von Weltanalyse und spekulativer Intervention, die Gewaltverhältnisse des Kolonialismus, der Moderne und des Humanismus offenlegt und unterbricht.

 

In Texten, Performances und Installationen thematisiert Mombaça wiederkehrend Fragen nach dem «Ende der Welt» als politisches und epistemisches Projekt, in der Trauer, Wut und Unregierbarkeit sowie die Möglichkeit kollektiver Imagination jenseits normativer Zeit-, Körper- und Wissensordnungen Ausdruck finden. Die künstlerische Arbeit ist international verortet und wurde in Ausstellungs-, Performance- und Publikationskontexten präsentiert; zugleich veröffentlicht Mombaça regelmässig Essays, Gedichte und theoretische Texte in Magazinen, Katalogen und Online-Plattformen, in denen künstlerische Praxis, Aktivismus und kritische Theorie bewusst ineinandergreifen.

 

Die Ausstellung von Jota Mombaça wird unterstützt von: Calouste Gulbenkian Stiftung, Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung, Guimarães Rosa Institut über die Brasilianische Botschaft in Bern.

 

Kunsthalle Bern
Vanessa Billy: Superconductors
bis So, 23.08.2026

Superconductors der Schweizer Künstlerin Vanessa Billy ist die erste Ausgabe von Horizon of Forms, einer neuen Ausstellungsreihe der Kunsthalle Bern, die das Haus durch künstlerische Interventionen über seine Mauern hinaus in den öffentlichen Raum erweitert. Für die Aussenbereiche rund um die Kunsthalle Bern konzipiert, verbindet die Arbeit die Fassade der Kunsthalle Bern mit dem Museumsquartier und dem Historischen Museum Bern. So schafft sie neue Berührungspunkte zwischen zeitgenössischer Kunst und öffentlichem Leben und wendet sich direkt an die Berner Bevölkerung.

 

Superconductors besteht aus Bündeln von Hightech-Kabeln für Strom, Telekommunikation und Glasfaser, die sich zu säulenartigen Formen erheben. Ihre freigelegten Kerne aus Kupfer, Aluminium und Faser spreizen sich nach aussen wie Bouquets oder Palmkronen. Auch wenn die Arbeit zunächst an organisches Wachstum erinnern mag, gründen ihre Formen in industriellen Materialien und hochentwickelten Fertigungsprozessen.

 

Die Installation reflektiert die verborgenen Infrastrukturen, die das zeitgenössische Leben prägen. Kabel verlaufen durch Wände, unter Strassen sowie durch Seen und Ozeane und transportieren Energie, Daten, Informationen und Signale rund um den Globus. Damit bilden sie die materielle Grundlage unserer vernetzten Welt. Superconductors macht diese sonst unsichtbaren Systeme sichtbar und lenkt den Blick auf die physischen Infrastrukturen, von denen wir tagtäglich abhängen. Zugleich verweist die Arbeit auf die Ressourcen, die Arbeit, die extraktiven Prozesse und die ökologischen Folgen, auf denen Technologien beruhen, die uns im Moment ihrer Nutzung oft reibungslos und immateriell erscheinen. Im öffentlichen Raum wird die Installation so zu einer eindringlichen Erinnerung daran, dass das Digitale niemals schwerelos oder abstrakt ist, sondern immer in Materie, Infrastruktur und Extraktion gründet.

 

Mit grosszügiger Materialunterstützung von Nexans Schweiz.

 

Kunsthalle Bern
Tai Shani: M.I.A.S.M.A
bis So, 23.08.2026

Die Kunsthalle Bern freut sich, die neue Einzelausstellung von Tai Shani bekannt zu geben.

 

Tai Shani (*1976 in London, aufgewachsen in Goa und Brüssel) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, in deren Praxis Performance, Installation, Film und experimentelle Texte Eingang finden. Mit einer poetischen, überbordenden Bildsprache entwickelt sie feministische Gegen-Mythologien, die patriarchale Erzählstrukturen unterlaufen. Ein zentrales Werk ist ihr Langzeitprojekt Dark Continent (DC: Productions), inspiriert von Christine de Pizans The Book of the City of Ladies, in dem sie eine allegorische «Stadt der Frauen» entwirft.

 

Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, u. a. bei The Cosmic House, Turner Contemporary, Tate, Serpentine Galleries, Grossbritannien, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Italien, Grazer Kunstverein, Österreich oder Tensta Konsthall, Schweden. 2019 erhielt sie gemeinsam mit drei anderen Künstler:innen den Turner Prize. Im Jahr 2023 war Shani Gegenstand von Einzelausstellungen im KM21, Den Haag, und im Contemporary Arts Center in Cincinnati. Bedeutende Projekte wie DC: Semiramis wurden auf dem Glasgow International Festival und im Tetley in Leeds präsentiert. 2025 zeigte sie die beiden vielbeachteten Ausstellungen The Sun Is a Flame That Haunts The Night auf der High Line in New York und The Spell or The Dream, eine raumgreifende audiovisuelle Installation im Somerset House, in London.

 

Die Ausstellung von Tai Shani wurde in Auftrag gegeben von: Kunsthalle Bern und Jupiter Artland; und unterstützt von der Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung.

 

Kunsthalle Bern
Saodat Ismailova
Fr, 11.09.2026 – So, 22.11.2026

Die Kunsthalle Bern freut sich, die erste Einzelausstellung der usbekischen Künstlerin und Filmemacherin Saodat Ismailova in der Schweiz zu präsentieren. Ismailovas Filme und Installationen entfalten sich entlang der Bruchlinien zentralasiatischer Landschaften, die von Ritualen und Mythen, sich verschiebenden Grenzen und Migration sowie den unsichtbaren Kräften imperialer Macht geprägt sind, welche die psychisch-materiellen Lebenswelten der Gegenwart formen.

 

Im Zentrum der Ausstellung steht Ismailovas neu in Auftrag gegebener Film Amanat (2026). Der Titel verweist auf etwas, das einem zur Obhut anvertraut wird, und bezeichnet zugleich eine heilige Verantwortung, die geachtet, bewahrt und weitergegeben werden muss. Der Film bildet den Abschluss von Ismailovas langjähriger Auseinandersetzung mit Arslanbob, einem weitläufigen Walnusswald im heutigen Kirgisistan, der seit Jahrhunderten als spiritueller Ort verehrt wird. In ihren Arbeiten, die Film, Installation, Archivmaterial und Klang miteinander verbinden, erforscht Ismailova die kulturellen und spirituellen Geschichten Zentralasiens durch Mythen, mündliche Überlieferungen, Rituale und gelebte Erfahrungen.

 

Amanat wurde gemeinsam mit dem Swiss Institute (New York) und LUMA Foundation (Arles) realisiert.

 

Kunsthalle Bern
Cantonale Berne Jura 2026
So, 13.12.2026 – So, 31.01.2027