Kunstmuseum Thun

Dans l’ancien « Grand Hôtel » Thunerhof, qui donne directement sur la rivière Aar, le Kunstmuseum Thun organise chaque année quatre à cinq expositions temporaires d’art contemporain. Notre institution s’efforce de promouvoir l’art régional, national et international de manière équilibrée. Chaque exposition est accompagnée d’un programme complet de curation et de médiation artistique, qui s’étend des ateliers aux visites guidées, en passant par les lectures et les débats sur les créations. La plus grande œuvre de la collection du Kunstmuseum Thun peut être visitée dans le parc Schadau de la ville de Thoune : depuis 2015, le panorama de Thoune (Thun-Panorama), qui a vu le jour il y a plus de 200 ans, est exposé dans une rotonde.

Kunstmuseum Thun
FABRICE HYBER
jusq'au di, 02.08.2026

Fabrice Hyber (*1962) gehört zu den weltweit anerkanntesten französischen Künstler:innen. Aus einer Familie von Schafzüchter:innen stammend, kaufte er in den 1990er Jahren in der Vendée-Region 100 Hektaren Land. Dort kultiviert Hyber seither seinen Urwald «La Vallée». In seinen Werken tragen die Bäume statt grüner Blätter blaue Kreise, die für den von der Pflanze produzierten Sauerstoff stehen. Hybers Schöpfungen sind Zwischenstufen eines Arbeitsprozesses, in dem das Denken als eine Art Wurzelstock mit seinen Ausläufern und Windungen angelegt ist. In Thun wird er die Landwirtschaft in Form von Zeichnungen, Gemälden und von ihm als «POF» (Prototypes d’Objets en Fonctionnement) bezeichneten Objekten in den Fokus stellen. Zum ersten Mal in der Schweiz präsentieren die Kunstmuseen Thun und Thurgau in einer Kooperation Fabrice Hybers umfangreiches Schaffen in einer zweiteiligen Ausstellung.

 

Kunstmuseum Thun
Lumpen Station. Töne-Ton-Werden
jusq'au di, 02.08.2026

Lumpen Station ist eine Plattform, die 2019 als akustische Erweiterung des espace libre visarte Biel/Bienne gegründet wurde, mit der Absicht, das Radio als erweitertes Ausstellungsformat im Bereich der zeitgenössischen Kunst zu erkunden. Lumpen Station entwickelt sein kuratorisches Programm durch Einladungen und interveniert sowohl an institutionellen Kunstorten als auch in nicht-traditionellen, ortssensiblen Kontexten. Zusätzlich zu seiner digitalen Präsenz produziert Lumpen Station ortsspezifische Installationen, die als Künstler:innensworkshops und immersive Räume für kollektives Hören konzipiert sind. Alle aufgezeichneten Inhalte werden zunächst live übertragen, dann archiviert und als Podcasts verbreitet, um die Sichtbarkeit ihrer partizipativen Arbeit über Zeit und Raum hinweg zu erweitern. Seit 2021 wird die Plattform von Mathilde und Andrea Marioni geleitet. Im Kunstmuseum Thun gibt es das originelle Format im Projektraum enter zu erleben.

 

Kunstmuseum Thun
SUSANNE KELLER. HINTERKAMMER DES AUGES
jusq'au di, 29.11.2026

Überraschende Ein-, Durch- und Ausblicke wird die Ausstellung der multidisziplinär arbeitenden Zürcher Künstlerin Susanne Keller (*1980) im Glasanbau des Thun-Panorama bieten. Neben den sieben Guckkasten-Objekten wird sie die Fotoserie Körner Gaumen mundet und eine Auswahl von Texten und Gedichten präsentieren. Ausgehend von der Thematik des Rundbilds von Marquard Wocher (1760–1830), in dem die Stadt als Bühne und ihre Bewohner:innen als Schauspieler:innen präsentiert werden, wird auch in Kellers modellartigen Guckkästen die Bühnenhaftigkeit, das Inszenierte und das Hintergründige in den Fokus gerückt. Die aus einfachsten Materialien wie Karton, Holz, Acrylfarbe, Metall und ausgeschnittene Bilder entstandenen Guckkästen verschmelzen zusammen mit den traumverloren wirkenden Fotos im Postkartenformat und den Gedichten zu einem dichten poetischen Imaginationsraum. Durch das Betreten des Ausstellungsraums werden die Betrachtenden selbst zu Akteur:innen in der Hinterkammer des Auges.

 

Thun-Panorama, Schadaupark, 3600 Thun

 

 

 

Kunstmuseum Thun
Schnittstellen der Sicht. Hans Gerber und Sabine Hertig
sa, 22.08.2026 – di, 29.11.2026

In einem dialogischen Zusammenspiel vereint die Ausstellung Collagen von Hans Gerber (1910-1987) und Sabine Hertig (*1982). Hans Gerber entwickelte ab Mitte der 1950er Jahre über fast zwei Jahrzehnte hinweg eine eigene Bildsprache – geprägt von einem skulpturalen Blick auf Fläche und Form. Über 400 seiner Werke sind im Besitz des Kunstmuseum Thun und werden nun erstmals seit 1980 neu präsentiert und kontextualisiert.

 

Sabine Hertig nutzt das Prinzip der Collage seit 2010 als künstlerische Denk- und Arbeitsweise. Indem sie einzelne Fragmente miteinander in Beziehung setzt und das grosse Ganze aus Sicht des Details denkt, reflektiert sie zugleich die aktuelle Medien- und Bildwelt. Im Spannungsfeld zwischen analogem Bildmaterial, künstlerischer Handschrift und digitaler Bildgebung, präsentiert die Ausstellung zwei Kunstschaffende, die Vergangenheit und Gegenwart der Collage zusammenführen.